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05 | Ankunft im Paradies… und mitten im Chaos

by Anica Feser | Nov 20, 2025 | 0 comments

Reisetagebuch 20. November

Der 20. November begann extrem früh. Um 2 Uhr nachts wurden wir im Hotel in Puerto Princesa vom Van abgeholt und zum Hafen von Balabac gefahren. Die Fahrt dauerte bis etwa 9 Uhr morgens. Am Hafen mussten wir dann sicher zwei Stunden warten, bis wir endlich aufs Boot durften. Das Warten war eine Herausfoderung, denn direkt hinter dem Hafen lag ein Slum. Dort hielten sich viele Menschen auf, aber vor allem extrem viele streunende Hunde. Viele sahen krank aus, voller Wunden, und kamen ständig zu uns, bettelten nach Essen oder liefen einfach nervös herum. Die Menschen waren freundlich, aber es war trotzdem ein komisches Gefühl, dort so lange zu warten und beobachtet zu werden.

Umso erleichterter waren wir, als wir endlich aufs Boot steigen konnten. Und dann kam die Überraschung: Wir hatten praktisch eine Privattour. Das Boot war fast leer, nur vier Personen insgesamt. Unsere kleine Reisegruppe bestand also ab sofort aus uns beiden und zwei Franzosen, Nicola und Melanie, mit denen wir die nächsten Tage verbringen sollten.

Auf Balabac angekommen wurden wir in unsere Zimmer eingeteilt. Zuerst bekamen wir tatsächlich nur einen Bungalow mit einer Matratze auf dem Boden. Das war Elia dann doch etwas zu basic, also fragten wir nach einem Upgrade. Wir bekamen schliesslich ein Bungalow mit Bett – immer noch sehr einfach, aber völlig okay. Das Moskitonetz funktionierte gut, der Rest war typisch Insel-Lifestyle: rudimentär, aber charmant.

Wir lebten uns im Camp ein, bis mittags die Nachricht kam, dass unsere geplante Inselhopping-Tour wegen schlechtem Wetter abgesagt wurde. Also fragte ich, ob wir nicht wenigstens irgendwo auf der Insel schwimmen konnten. Der Guide meinte jedoch, dass der Strand auf der Camp-Insel nicht besonders schön sei. Er schlug dafür vor, mit dem Boot auf eine Nachbarinsel zu fahren. Nicola und Melanie hatten keine Lust, also hatten Elia und ich plötzlich unsere eigene kleine Privat-Tour.

Zuerst wurden wir quer über unsere Insel gefahren – mit einem Motorrad mit Beiwagen. Das war echt ein Erlebnis. Wir sahen die Landschaft, die Häuser der Einheimischen, Kinder, die spielten, und dieses authentische Inselleben, das man sonst nie sieht. Am kleinen Fährhafen, wo die Boote für die Touristengruppen ablegen, sahen wir, dass die Crewmitglieder tatsächlich auf ihren Booten schlafen. Nicht in Betten, sondern auf harten Bänken, eingewickelt in Tücher, unter dem kalten Nachthimmel. Sehr beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt, wie wenig sie haben und wie hart sie arbeiten.

Dann ging es mit dem Boot los. Die Fahrt war feucht-fröhlich, denn die Wellen waren so stark, dass wir ständig nassgespritzt wurden. Aber die Crew war super herzlich, und wir lachten viel. Insgesamt waren wir nur sechs Leute: vier Crewmitglieder, Elia und ich. Eine richtig gemütliche Mini-Expedition.

Die Nachbarinsel sah von oben aus wie eine Delfinflosse, und der Strand dort war traumhaft. Wir machten Fotos, genossen die Ruhe, gingen schwimmen und schnorcheln und hatten eine wundervolle Zeit zu zweit. Der ganze Moment war so friedlich und romantisch – einfach perfekt.

Abends ging es zurück. Trotz Bewölkung bekamen wir sogar noch einen richtig schönen Sonnenuntergang zu sehen. Elia liess die Drohne steigen und machte super Aufnahmen.

Zurück im Camp brachte uns das Motorrad mit Beiwagen wieder über die Insel, und zum Abendessen gab es ein leckeres Gericht im Gemeinschaftsbereich.

Allerdings waren dort wieder viele streunende Hunde, die uns beim Essen ziemlich nervten, weil sie ständig versuchten, etwas vom Teller zu schnappen. Trotzdem war das Essen gut, und danach gingen wir auch schon in unserem kuscheligen Bungalow schlafen.

Ein Tag, der mit Müdigkeit, Chaos und Slum begann und mit Strand, Sonne, Abenteuer und Zweisamkeit endete.

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