Reisetagebuch 23. November
Am Sonntag ging es Elia zum Glück wieder ein bisschen besser. Die Nacht davor war ziemlich schwitzig und unruhig gewesen wegen seinem Unwohlsein. Wir werden wohl nie herausfinden, ob es an den Eiern vom Frühstück lag, die nur er gegessen hatte, oder an einem leichten Sonnenstich. Auch mein Rücken war wegen dem Sonnenbrand vom Schnorcheln immer noch am Brennen. Trotzdem standen wir um 6.30 Uhr auf zum Frühstück. Diesmal gab es feines Rührei – ohne Mayo – und danach machten wir uns direkt auf den Weg zum Boot, das uns zurück nach Balabac Harbor bringen sollte.

Am Hafen wurden wir diesmal direkt von unserem Van abgeholt. Wir mussten also nicht wieder gefühlt eine Ewigkeit warten wie bei der Hinfahrt. Trotzdem haben wir noch kurz mit einheimischen Kindern geplaudert, die auf uns zukamen und sind in den Sari-Sari Shop (das sind die philippinischen „Tante-Emma“ Läden) am Hafen, um uns mit Snacks für die Fahrt einzudecken.

Unsere Reisegruppe bestand weiterhin nur aus uns vieren, also Nikola und Melanie aus Frankreich und uns beiden. Und wie so oft auf Palawan kam es spontan anders als geplant. Mitten im Urwald hielt unser Fahrer an und lud eine ganze einheimische Familie mit sieben Personen ein. Sie hatten ihren Onkel verloren und erfuhren die Nachricht erst am Morgen. Wir nahmen sie für zwei Stunden mit. Die Situation war traurig, aber irgendwie auch schön zu sehen, wie flexibel die Menschen hier miteinander umgehen und sich gegenseitig helfen.
Die Fahrt durch den Urwald war faszinierend. Wunderschöne Landschaften, sattes Grün, aber auch viele Sturmschäden vom Taifun. Überall lagen umgeknickte Bäume und es gab endlose Baustellen. Die Arbeiter standen dort mit Bauhelm und Flipflops – bei uns unvorstellbar.

In Puerto Princesa mussten wir dann in einen anderen Van umsteigen, der leider schon komplett voll war. Und so folgten noch einmal fünf zähe Stunden Fahrt. Das einzig Gute daran war meine kleine Sitznachbarin, die siebenjährige Bella. Sie saß neben mir und unterhielt mich die ganze Zeit über. Sie war mit ihrer Mama aus den USA hier, weil ihre Großmutter gestorben war. Trotz der traurigen Situation war sie ein richtig fröhliches Kind und hat mir die lange Fahrt echt versüsst.
Nach insgesamt rund zwölf Stunden Reise quer durch Palawan kamen wir total erschöpft am Abend in unserer Low-Budget-Unterkunft in El Nido an. Leider war sie deutlich reudiger, als wir erwartet hatten. Das Zimmer selbst war okay, nachdem wir unser Moskitonetz an der dritten Schraube endlich stabil befestigt hatten, ohne dass diese aus der Wand fiel. Das Bad dagegen roch richtig modrig, hatte einen Riss in der Decke und wirkte insgesamt extrem heruntergekommen.

Aber in dem Moment waren wir einfach nur froh, endlich da zu sein und ins Bett zu fallen.






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